Ob ein Musterplatz am Tag nach Ihrer Anfrage mit dem Schneiden beginnt oder zwei Tage auf Antworten wartet, entscheidet fast immer das Briefing. Zwölf Angaben reichen, damit wir die Zeichnung prüfen, das Material zuordnen, die Minuten je Muster schätzen und den Versand planen können. Diese Checkliste zeigt, welche Angaben das sind, wozu wir sie brauchen, was Sie tun, wenn eine davon noch fehlt – und wie Sie das Paket mit Bögen und Unterlagen so packen, dass der Wareneingang es in wenigen Minuten zuordnet.
Warum entscheidet das Briefing über den ersten Arbeitstag?
Ein Handmuster besteht zu neun Zehnteln aus Arbeitszeit, und die ersten dreißig Minuten jeder Variante gehen in das Gegenlesen der Unterlagen. Finden wir dabei eine offene Frage – fehlt ein Innenmaß, ist die Kartonstärke unklar, liegt der Druckbogen in der falschen Version bei –, dann ruhen Schneidematte und Cutter, bis Sie antworten. Wir klären solche Punkte am selben Tag, doch jede Rückfrage kostet mindestens einen halben Tag Kalender. Wer die zwölf Angaben unten gleich mitschickt, bekommt das Angebot binnen 24 Stunden und das Erstmuster in 2–5 Tagen nach Eingang des Materials; bei Eilaufträgen beginnen wir am Folgetag.
Ein gutes Briefing muss nicht lang sein. Eine E-Mail mit PDF-Anhang, drei Fotos und einer kurzen Liste genügt, wenn die Liste vollständig ist. Viele Kunden kopieren sich die Tabelle unten einfach in ihre Anfrage und füllen die rechte Spalte aus.
Welche 12 Angaben braucht der Musterplatz vor dem ersten Schnitt?
| Nr. | Angabe | Beispiel | Wozu wir sie brauchen |
|---|---|---|---|
| 1 | Zweck des Musters | Kundenpräsentation, Fototermin, Test in Ihrem Haus | Oberflächenqualität, Kennzeichnung, Einzelschutz |
| 2 | Musterart | Weißmuster, Designmuster, Funktionsmuster, Dummy | Arbeitsschritte und Minuten je Stück |
| 3 | Stanzkontur oder Zeichnung | PDF im Maßstab 1:1, Linienarten beschriftet | Schablone ausdrucken, Schnitt- und Rilllinien übertragen |
| 4 | Bezugsmaße | Innenmaß 120 × 80 × 45 mm | Prüfung gegen die Zeichnung mit ±0,5 mm |
| 5 | Material und Stärke | Faltschachtelkarton, Wellpappe E-Welle, Folie 0,2 mm | Rillbreite, Kleber, Reihenfolge der Handgriffe |
| 6 | Beistellung | 40 bedruckte Bögen, 2 unbedruckte Probebögen | Wareneingang, Zuordnung, Reserve prüfen |
| 7 | Varianten | 3 Größen, 2 Motive – je Variante ein Kürzel | ein Erstmuster je Variante, Kennzeichnung |
| 8 | Stückzahl je Variante | A 10 Stück, B 10 Stück, C 5 Stück | Plätze, Laufzeit, Stückpreis |
| 9 | Zusatzteile | Sichtfenster, Einsatz, Magnetverschluss, Kordel | Beschaffung, Passung, Montagefolge |
| 10 | Klebung und Verschluss | Seitennaht geklebt, Einstecklasche, Boden mit Automatikverschluss | Kleberwahl, Presszeit, Funktionsprüfung |
| 11 | Termin und Empfänger | Muster am 14. in der Agentur, Paket | Rückwärtsplanung, Versandart, Lieferschein |
| 12 | Freigabe und Rückfragen | eine Person, E-Mail, Telefon, Vertretung | Fotofreigabe ohne Warteschleife |
Die Angaben 3, 5, 8 und 11 sind Pflicht; ohne sie können wir weder kalkulieren noch anfangen. Die übrigen verkürzen den Weg zur Freigabe, weil wir nichts annehmen müssen.
Worauf achten wir bei der Stanzkontur besonders?
Die Stanzkontur ist für den Musterplatz das, was die Stückliste für die Montage ist: Aus ihr drucken wir die Schablone aus Karton, an der Cutter und Stahllineal entlanggeführt werden. Drei Dinge prüfen wir zuerst. Erstens die Linienarten: Schnitt, Rillung, Perforation und Klebefläche müssen unterscheidbar sein, am besten farbig und in einer Legende benannt. Zweitens der Maßstab: Ein PDF, das beim Export auf A4 verkleinert wurde, ergibt ein Muster, das um Prozente zu klein ist – deshalb messen wir immer eine Bemaßung auf dem Ausdruck nach. Drittens die Version: Liegen zwei Dateien mit ähnlichem Namen bei, fragen wir nach, statt zu raten.
Rillungen, die auf der Kontur fehlen, sind die häufigste Ursache für eine zweite Runde. Handarbeit kann eine Rillung dort setzen, wo sie eingezeichnet ist – nicht dort, wo sie gemeint war. Eine kurze Notiz wie „Deckellasche nach innen rillen“ spart einen ganzen Freigabezyklus.
Was tun Sie, wenn es noch keine Stanzkontur gibt?
Dann reichen zwei Wege. Sie schicken eine Maßskizze mit Außen- oder Innenmaßen, Materialstärke und einer Handskizze des Zuschnitts; wir bauen danach ein Weißmuster, fotografieren es mit Maßband und Sie entscheiden, ob Ihr Entwickler auf dieser Basis die Kontur zeichnet. Oder Sie senden ein Referenzmuster – etwa die Schachtel eines Vorgängerprodukts –, das wir aufklappen, vermessen und in geänderter Größe nachbauen. Konstruktion, Stanzformen, Werkzeuge, maschinell gefertigte Prototypen und Labortests bieten wir nicht an – wir bauen Muster von Hand nach Ihrer Zeichnung, Stanzkontur oder Ihrem Referenzmuster.
In beiden Fällen gilt: Je genauer Sie beschreiben, was sich gegenüber der Vorlage ändern soll, desto eher passt das erste Muster. Den Begriff und typische Fehler in Konturdateien erklärt das Lexikon zur Stanzkontur.
Wie viel Material sollten Sie mitschicken?
Für jedes Erstmuster brauchen wir mindestens einen Bogen mehr, als am Ende gebaut wird, bei bedruckten Bögen mit engem Passer eher zwei. Bewährt hat sich folgende Faustregel: Stückzahl je Variante plus zwei Bögen für das Erstmuster plus zehn Prozent Reserve, mindestens aber ein zusätzlicher Bogen je Variante. Bei Kunststoffteilen, Magneten oder Kordeln genügt meist ein Stück Reserve je zehn Muster. Bögen, Stanzzuschnitte, Kunststoffteile und Komponenten stellen in der Regel Sie bei; Karton, Wellpappe, Fensterfolie, Klebstoff, Füllmaterial für Dummys und Versandkartons kann APOOL WERKE nach Ihrer Vorgabe beschaffen und mit Beleg abrechnen.
Wenn wir Karton, Fensterfolie oder Kleber besorgen, rechnen wir mit Beleg und 8 % Aufschlag ab – planen Sie dann für die Beschaffung ein bis zwei zusätzliche Tage ein.
Was kostet es, wenn das Briefing vollständig ist – und was, wenn nicht?
Ein Beispiel aus dem Frühjahr 2026: Eine Verpackungsagentur aus dem Rhein-Main-Gebiet bestellte Weißmuster einer Faltschachtel in zwei Größen, je 25 Stück, Material beigestellt, Versand als ein Paket. Mit rund 12 Minuten je Muster und 30 Minuten Erstmuster je Variante ergibt der Musterrechner 11 Stunden Arbeit zu 22,50 € – zusammen 248 € Arbeit, 18 € Paket und 266 € gesamt, also rund 5,32 € je Muster.
| Posten | vollständiges Briefing | Briefing mit zwei Rückfragen |
|---|---|---|
| Arbeit Erstmuster und Muster | 11 h – 248 € | 11 h – 248 € |
| zusätzliche Prüfzeit | – | rund 0,5 h – 11 € |
| Start am Musterplatz | am Tag nach Materialeingang | ein bis zwei Tage später |
| Versand | 18 € | 18 € |
Der Geldbetrag der Rückfragen ist klein; teuer ist der verlorene Kalendertag, wenn am Ende ein Messe- oder Präsentationstermin steht. Richtwert – Angebot nach Anfrage und Muster. Alle Sätze finden Sie auf der Seite Preise, eigene Zahlen rechnen Sie im Musterrechner nach.
Wie schicken Sie Unterlagen und Material richtig?
Digitale Unterlagen gehen per E-Mail an info@apool.de: Kontur als PDF oder DXF, Fotos des Referenzmusters von allen Seiten, die ausgefüllte Checkliste. Das Material kommt als Paket oder Stückgut an unsere Zentrale in Moravská Třebová; Annahme Mo–Fr 7:00–14:00 Uhr. Beschriften Sie jeden Stapel Bögen mit Variante und Stückzahl und legen Sie einen Ausdruck der Checkliste obenauf. Beim Eingang zählen und fotografieren wir alles; fehlt etwas, hören Sie es noch am selben Tag.
Wie der ganze Weg von der Zeichnung bis zum Lieferschein verläuft, beschreibt die Seite So arbeiten wir. Welche Musterart zu Ihrer Projektphase passt, klärt der Ratgeber Weißmuster, Designmuster, Funktionsmuster oder Dummy.
Wie geht es weiter?
Kopieren Sie die zwölf Zeilen in Ihre Anfrage oder rufen Sie Elisabeth Zachová an (+420 604 373 376, Mo–Fr 7:00–17:00 Uhr). Sie sagt Ihnen noch am Telefon, welche Angabe fehlt, und nennt den frühesten Tag, an dem das Erstmuster auf Ihrem Tisch liegen kann.