Messemuster planen: Wie rechnen Sie rückwärts vom Messetag bis zur Materialanlieferung?
Sechs Wochen rückwärts vom Messetag: Wochenplan, Versand, Einzelschutz und was bei knapper Zeit hilft.
Artikel lesenProduktgruppen · Musterbau in Handarbeit
Spieleverlage, Lernmittelverlage und Spielwarenhersteller brauchen vor der Spielwarenmesse im Januar, vor Handelsgesprächen oder für die Redaktion ein paar fertige Spiele, lange bevor die Auflage gedruckt ist. Wir bauen diese Prototypen aus Ihren Druckbögen und Komponenten: Schachtel mit Einsatz, kaschierter Spielplan, Kartensätze, Anleitung, Figuren nach Stückliste – rund 25 Minuten je Spiel. Abgerechnet wird nach Stunde zu 19,00 € – 26,00 €, erstes Stück nach 2–5 Tagen (Richtwert – Angebot nach Anfrage und Muster).
Was gehört zu einem Spiel-Prototyp? Eine Stülpdeckelschachtel mit aufkaschiertem Bezug, ein Einsatz aus Karton mit Fächern für Karten, Figuren und Würfel, ein gefalteter Spielplan auf Graupappe, ein oder mehrere Kartensätze, Plättchen und Marker, die gefaltete Anleitung und oft ein Beutel für Kleinteile. Bei Lernmitteln sind es Lernkarten in Boxen mit Registern, Steck- und Legespiele, Zahlen- und Buchstabenleisten oder Arbeitsmappen mit Einlegern. Wer uns anfragt, will „ein paar Stück vor der Serie“: für die Messe, für Handelsvertreter, für Testrunden mit Familien oder Schulklassen.
Welche Musterarten passen? Das Funktionsmuster klärt, ob alle Teile in den Einsatz passen und der Deckel dann noch schließt, ohne sich zu heben. Für Messestand und Katalog bauen wir Foto- und Messemuster mit makellosen Kanten, für Handelsvertreter identische Vertriebsmuster, je Variante gekennzeichnet. Steht die Serie fest, zeigt ein Vorserienstück mit Zeitprotokoll, wie lange das Konfektionieren eines Spiels wirklich dauert – die Grundlage für den Stückpreis.
Wie bauen wir einen Prototyp? Zuerst wird die Stückliste gegen die angelieferten Teile gezählt: Kartenbögen, Figuren, Würfel, Beutel. Fehlt etwas, erfahren Sie es mit Foto am ersten Tag. Der Spielplan wird auf Graupappe kaschiert, in der Pressanlage gepresst und an der Faltkante getrennt, damit er sich flach legen lässt. Karten schneiden wir mit Cutter am Stahllineal entlang der Schnittmarken; die Schachtel entsteht aus Graupappe mit aufkaschiertem Bezug, die Ecken werden eingeschlagen und verklebt. Jedes fertige Spiel wird gegen die Stückliste gezählt und auf der Tischwaage gewogen, und ein Packbild zeigt, wie die Teile im Einsatz liegen.
Wann wird aus dem Prototyp eine Vorserie? Für die Messe reichen meist zehn bis dreißig Stück. Braucht der Vertrieb mehr oder will die Kalkulation belastbare Minuten je Spiel, bauen wir eine Vorserie von 100–500 Stück mit Zeitprotokoll und elektronischer Arbeitsanweisung. Die Leistung für Einzelstücke heißt Produktmuster aus Komponenten. Prüfungen nach Spielzeugnorm, Altersangaben und Warnhinweise legt der Verlag fest; wir bauen, was freigegeben ist.
| Muster | Handgriffe · worauf wir achten |
|---|---|
| Spielschachtel mit Einsatz und Inhalt | Schachtel beziehen, Einsatz stecken, Teile nach Stückliste einlegen · der Deckel schließt ohne Spalt, jedes Fach passt zu seinem Teil. |
| Spielplan zum Falten | Bogen auf Graupappe kaschieren, pressen, an der Faltkante trennen · liegt flach, das Motiv läuft über die Kante durch. |
| Kartensatz aus Druckbögen | an den Schnittmarken schneiden, abzählen, mit Banderole bündeln · alle Karten gleich groß, Vorder- und Rückseite deckungsgleich. |
| Lernbox mit Registerkarten | Box falten und kleben, Register einsetzen, Lernkarten einsortieren · Register stehen über, die Box schließt mit vollem Inhalt. |
| Puzzle als Messemuster | Teile aus dem angelieferten Musterbogen lösen, abzählen, in den Beutel geben, Schachtel komplettieren · Teilezahl stimmt, Vorlagebild liegt bei. |
| Redaktionsmuster für Testrunden | einfacher Aufbau aus Digitaldrucken · schnell verfügbar, jede Version mit Datum und Versionsnummer gekennzeichnet. |
Der wichtigste Termin der Branche ist die Spielwarenmesse im Januar: Prototypen sollten Anfang Dezember fertig sein, Druckbögen und Teile also Mitte November bei uns liegen. Brettspielverlage planen zusätzlich für die Publikumsmessen im Oktober, Lernmittelverlage für die Bestellphase der Schulen im Frühjahr. Rechnen Sie 2–5 Tage bis zum ersten Prototyp und 2 Werktage Paketlaufzeit – Richtwert – Angebot nach Anfrage und Muster.
Beispiel aus der Praxis
Ein Spieleverlag aus Oberbayern brauchte für die Spielwarenmesse zwölf Prototypen eines Familienspiels, jeweils in zwei Schachtelgrößen, um die Wirkung im Regal zu vergleichen. Jedes Spiel umfasste 64 Teile: Plan, 48 Karten, acht Figuren, Würfel, Anleitung. Beim Wareneingang fehlten zwei Kartenbögen – gemeldet mit Foto am ersten Tag, nachgeliefert am dritten. Mit rund 25 Minuten je Spiel und einem Erstmuster je Größe ergaben sich 11 Stunden, mit zwei Paketen rund 284 € oder 11,85 € je Prototyp. Die Spiele lagen drei Wochen vor Messebeginn beim Verlag – Richtwert – Angebot nach Anfrage und Muster.
Ja. Ein einzelnes Spiel für die Redaktion oder den Autor bauen wir genauso sorgfältig wie zwanzig für die Messe; abgerechnet wird die tatsächliche Zeit.
Jedes Spiel wird nach Stückliste zusammengestellt, am Ende noch einmal gezählt und auf der Tischwaage gegen das Gewicht des ersten freigegebenen Spiels gewogen. Abweichungen melden wir sofort mit Foto.
Ja, aus Druckbögen mit Schnittmarken, Karte für Karte am Stahllineal mit geraden Ecken. Runde Ecken sind nur möglich, wenn die Karten bereits gestanzt angeliefert werden.
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Schicken Sie Stanzkontur, Maßskizze oder Referenzmuster mit Material, Stückzahl je Variante und Termin: Sie erhalten Minuten und Preis je Muster, Vorlaufzeit und Versand. Elisabeth Zachová berät Sie auf Deutsch, Mo–Fr 7:00–17:00 Uhr.