Bevor eine neue Verpackung in Serie geht, wollen viele Hersteller wissen, ob sie Transport, Stapelung und wechselnde Temperaturen übersteht. Diese Prüfungen führt Ihr eigenes Haus oder ein beauftragtes Testinstitut durch – wir bauen die Muster dafür. Damit das Institut am Tag der Anlieferung beginnen kann, müssen die Prüfmuster vier Anforderungen erfüllen: richtige Stückzahl, eindeutige Kennzeichnung, Materialgleichheit mit der Serie und eine Dokumentation, aus der jede Abweichung ablesbar ist. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie das mit uns planen.
Was bauen wir – und was machen wir ausdrücklich nicht?
Wir bauen Prüfmuster von Hand nach Ihrer Stanzkontur und aus Ihrem Serienmaterial, prüfen jedes Stück gegen die Zeichnung (±0,5 mm), nummerieren, fotografieren und verpacken es einzeln. Fall-, Stauch- und Klimatests führen Sie selbst oder Ihr Testinstitut durch – wir bauen die Prüfmuster dafür, testen sie aber nicht. Wir geben also keine Einschätzung ab, ob ein Karton eine bestimmte Belastung aushält, und wir führen keine eigenen Versuche durch – das Ergebnis gehört Ihrem Testlabor, nicht uns. Diese klare Trennung hat einen praktischen Vorteil: Ihr Institut bekommt Muster von einer Stelle, die am Ausgang des Tests kein Interesse hat.
Pro Prüfmuster rechnen wir mit rund 15 Minuten Handarbeit – etwas mehr als bei einem einfachen Weißmuster, weil Kennzeichnung, Messprotokoll und Einzelfoto dazukommen. Die Seite Prüfmuster beschreibt die Musterart im Detail.
Wie viele Prüfmuster braucht Ihr Testinstitut?
Die genaue Zahl legt das Institut nach seinem Prüfplan fest; fragen Sie dort vor der Bestellung nach, wie viele Stück je Prüfreihe und je Klimastufe vorgesehen sind. Aus unseren Aufträgen kennen wir folgende Größenordnungen, die Ihnen als Planungshilfe dienen können, nicht als Vorgabe:
| Ihr geplanter Test | was das Muster mitbringen muss | worauf wir beim Bau achten | Reserve je Reihe |
|---|---|---|---|
| Ihr Falltest mit gefülltem Versandkarton | Originalinhalt oder Gewichtsdummy auf Zielgewicht | Füllgewicht je Stück gewogen und notiert | 2 Stück |
| Stauchdruckprüfung, die Sie im Stapel planen | identische Rilllage und Klebung an allen Stücken | Rillung exakt auf der Kontur, Klebenaht vollflächig | 2 Stück |
| Ihr Klimatest mit Feuchte und Kälte | Karton und Kleber aus der Serienlieferung | Charge notiert, Muster trocken und flach gelagert | 1–2 Stück |
| Ihre Prüfung von Verschluss und Einsatz | Serienkomponenten, keine Ersatzteile | Verschluss vor Versand mehrfach betätigt | 1 Stück |
Planen Sie die Reserve immer mit ein. Ein Muster, das beim Auspacken im Institut eine Delle bekommt, ist für Ihre Messung verloren – und ein Nachbau kostet mehr Zeit als das zusätzliche Stück von Anfang an.
Warum ist Materialgleichheit so wichtig?
Ein Prüfmuster aus einem ähnlichen Karton sagt über die Serie nichts aus. Deshalb bauen wir Prüfmuster grundsätzlich aus dem Material, das Sie oder Ihr Kartonlieferant für die Serie vorgesehen haben, und notieren Sorte, Stärke und Lieferdatum auf dem Lieferschein. Dasselbe gilt für den Kleber: Wenn die Serie später mit einem bestimmten Dispersionskleber geklebt wird, nehmen wir diesen oder nennen Ihnen den Unterschied vorab.
Eine Einschränkung gehört zur Ehrlichkeit: Ein von Hand gerilltes und geklebtes Muster kommt dem Serienteil sehr nahe, ist aber nicht mit ihm identisch. Wo Ihr Institut auf gestanzten Zuschnitten besteht, stellen Sie uns Stanzzuschnitte bei oder lassen Ihre Musterstanzform an der Stanzmaschine an unseren Standorten fahren – die Einrichtung kostet dann 60 € – 180 € einmalig.
Wie werden Prüfmuster gekennzeichnet?
Jedes Stück bekommt eine Nummer, die Variante, Reihe und laufende Nummer verbindet, zum Beispiel „V2-R3-07“ für Variante 2, Prüfreihe 3, Stück 7. Die Nummer steht auf einer Stelle, die Ihr Institut vorgibt – meist innen auf der Bodenklappe, damit sie die Messung nicht beeinflusst. Zusätzlich liegt jedem Karton eine Liste bei, in der zu jeder Nummer Außenmaß, Gewicht und Besonderheiten stehen.
| Feld | Beispiel | wer es festlegt |
|---|---|---|
| Variante | V2 – Karton mit Einsatz | Sie |
| Reihe | R3 – Klimastufe laut Ihrem Prüfplan | Ihr Testinstitut |
| laufende Nummer | 07 | wir |
| Messwerte | Außenmaß, Gewicht, Abweichung in mm | wir, gegen Ihre Zeichnung |
| Foto | vier Ansichten mit Maßband | wir |
Wie läuft die Vorbereitung Schritt für Schritt ab?
- Prüfplan abstimmen: Sie klären mit Ihrem Institut Stückzahl, Reihen und Kennzeichnung und schicken uns das Ergebnis mit der Stanzkontur.
- Serienmaterial beistellen: Karton, Kleber und Komponenten aus der Serienlieferung, mit Reserve; wir fotografieren den Wareneingang.
- Erstmuster freigeben: Ein Muster je Variante, Fotofreigabe mit Maßband – erst danach bauen wir die Reihe.
- Reihe bauen und nummerieren: Jedes Stück wird gegen die Zeichnung gemessen, gewogen und in die Liste eingetragen.
- Einzeln schützen und versenden: Jedes Muster in eigener Umverpackung, Liste und Lieferschein obenauf, Paket direkt an Ihr Testinstitut.
Was kostet eine Prüfmusterreihe?
Ein Beispiel aus der Pfalz: Ein Versandhändler für Haushaltswaren ließ für einen neuen Wellpappkarton mit Einsatz zwei Varianten je 36 Prüfmuster bauen, Material beigestellt, Versand in drei Paketen direkt an sein Testinstitut. Rund 15 Minuten je Stück, dazu 30 Minuten für das erste Stück jeder Variante: Der Rechner kommt auf 19 Stunden, also 428 € Arbeit und 56 € Versand – zusammen 483 €, rund 6,71 € je Prüfmuster (Richtwert – Angebot nach Anfrage und Muster). An 2–4 Plätzen war die Reihe nach der Freigabe in gut einem Arbeitstag gebaut.
Die Ergebnisse bekam der Kunde von seinem Institut; eine Variante wurde danach an der Bodenlasche verstärkt, und wir bauten eine zweite, kleinere Reihe. Wie Sie solche Runden planen, beschreibt der Ratgeber Mustervarianten und Änderungsschleifen.
Wie kommen Prüfmuster unverändert beim Institut an?
Zwischen unserem Musterplatz und dem Prüfstand Ihres Instituts liegen Paketdienst, Lager und Wareneingang – drei Stellen, an denen ein Karton gedrückt, feucht oder gestapelt werden kann. Deshalb verpacken wir Prüfmuster so, dass sie den Weg ohne Vorbelastung überstehen: jedes Stück einzeln in eigener Umverpackung, flach liegende Zuschnitte zwischen steifen Trennlagen, aufgerichtete Muster mit Luft zum Außenkarton. Auf den Außenkarton schreiben wir „Prüfmuster – nicht stapeln“ und die Nummernbereiche, die er enthält.
Planen Sie zudem die Übergabe mit: Wer nimmt die Pakete im Institut an, und wann? Liegt ein Paket über ein Wochenende in einer ungeheizten Halle, ist das für Muster, die Ihr Haus unter kontrolliertem Klima prüfen will, keine gute Voraussetzung. Nennen Sie uns deshalb Empfänger und Wunschtag; wir versenden so, dass das Paket an einem Werktag ankommt, und schicken Ihnen die Sendungsnummer.
Was passiert, wenn ein Prüfmuster von der Zeichnung abweicht?
Ein abweichendes Muster verfälscht Ihre Messung, deshalb geht es gar nicht erst auf die Reise. Weicht ein Muster von der Zeichnung ab oder passt ein Teil nicht, bauen wir nicht weiter: Sie bekommen ein Foto mit Maßband und unseren Vorschlag, und geändert wird erst nach Ihrer Vorgabe. In der Liste vermerken wir jede Abweichung, auch wenn sie innerhalb der Toleranz liegt, damit Ihr Institut sie bei der Auswertung berücksichtigen kann.
Wie geht es weiter?
Zum Start brauchen wir über die Anfrage Stanzkontur, Materialangabe und die Stückzahl aus dem Prüfplan Ihres Instituts. Elisabeth Zachová (+420 604 373 376) bestätigt Termin und Kennzeichnung; die Kosten rechnen Sie vorab im Musterrechner nach.